Google KI-Modus ausschalten: So suchst du ohne KI (2026)

Du suchst die Öffnungszeiten vom Bürgeramt, und ganz oben steht plötzlich ein langer KI-Text, wo früher der erste Link war. Oder du tippst eine harmlose Frage ein und Google bietet dir an, sie „im KI-Modus“ weiterzuführen. Manche finden das praktisch. Andere wollen ihre zehn Treffer zurück und suchen nach einem Weg, den Google KI-Modus auszuschalten. Die kurze Antwort: Einen Schalter dafür gibt es nicht. Es gibt aber Umwege, die zuverlässig klappen, am PC genauso wie auf Android und iPhone. Vorher lohnt ein Blick auf den Unterschied zwischen KI-Modus und „Übersicht mit KI“, denn meistens nervt eigentlich die Übersicht.

Kurz erklärt: Der KI-Modus ist ein eigener Bereich der Google-Suche, in dem eine KI (Googles Gemini) deine Frage beantwortet und du im Gespräch nachhaken kannst. In Deutschland gibt es ihn seit dem 8. Oktober 2025. Die Übersicht mit KI ist etwas anderes: Das ist der KI-Kasten, der ungefragt über den Suchergebnissen erscheint. Einen Aus-Schalter gibt es für keins von beiden. Wirksam sind der Filter „Web“, eine eigene Suchmaschine im Browser mit dem Zusatz udm=14 oder ein Wechsel zu einer anderen Suchmaschine (Stand: Oktober 2026).

Was ist der KI-Modus von Google?

Der KI-Modus ist Googles Antwort auf ChatGPT, nur eben mitten in der Suchmaschine. Du stellst eine Frage, am besten gleich ausführlich, und bekommst statt eines Stapels Links einen zusammenhängenden Text mit Quellenhinweisen. Danach kannst du nachfragen („Und was kostet das ungefähr?“), und die KI knüpft an die vorherige Antwort an. Laut Google zerlegt der KI-Modus deine Frage dafür in Teilfragen und recherchiert diese gleichzeitig.

Gestartet ist er in Deutschland, Österreich und der Schweiz am 8. Oktober 2025 (Google-Blog). Im Mai 2026 hat Google das Modell Gemini 3.5 Flash zum Standard im KI-Modus gemacht und ein umgebautes Suchfeld angekündigt, das die KI-Werkzeuge näher an die normale Suche rückt (Google zur I/O 2026). Damals meldete Google weltweit über eine Milliarde Nutzer pro Monat.

Fragen kannst du per Text, per Sprache oder mit einem Foto stellen, das du mit der Kamera aufnimmst. Deine bisherigen Anfragen landen in einem eigenen KI-Modus-Verlauf, sodass du später weitermachen kannst.

Wo findest du ihn?

  • Auf der Google-Startseite als Schaltfläche „KI-Modus“ im Suchfeld.
  • Als Reiter oberhalb der Suchergebnisse, neben „Bilder“ oder „Videos“.
  • In der Google-App auf dem Smartphone.
  • Direkt über die Adresse google.com/ai.

Für einzelne Zusatzfunktionen nennt Googles Hilfeseite Bedingungen: Das größere Modell Gemini 3 Pro setzt ein privates Google-Konto voraus und hat tägliche Nutzungsgrenzen, die Anpassung an deine persönlichen Daten („Personal Intelligence“) gibt es erst ab 18 Jahren (Google-Hilfe zum KI-Modus).

Falls bei dir der Button fehlt: Google rollt Neuerungen oft gestaffelt aus, und nicht bei jeder Anfrage wird er angezeigt. An deinem Gerät liegt es in der Regel nicht.

KI-Modus oder Übersicht mit KI: Wo liegt der Unterschied?

Beides stammt von Google, beides nutzt KI, und genau deshalb wird es ständig verwechselt. Der Unterschied liegt darin, wer entscheidet.

  • Übersicht mit KI: Google entscheidet. Bei manchen Suchanfragen schiebt sich oben eine KI-Zusammenfassung mit ein paar Links vor die normalen Treffer. Du hast sie nicht bestellt, sie ist einfach da.
  • KI-Modus: Du entscheidest, ihn zu öffnen. Dafür bekommst du dann ausführlichere Antworten, Nachfragen und die Möglichkeit, Bilder oder Dateien einzubeziehen.

Google beschreibt den KI-Modus als Variante mit „noch logischerem Schlussfolgern und umfangreicheren Interaktionsmöglichkeiten“ als bei den Übersichten.

Dass der KI-Modus freiwillig bleibt, hat Google nach der Entwicklerkonferenz im Mai 2026 ausdrücklich bekräftigt: Die klassischen blauen Links bleiben, und der KI-Modus müsse aktiv geöffnet werden (Notebookcheck, 21.05.2026). Im Juni 2026 fiel in einer Chrome-Vorabversion ein Fehler auf, bei dem Anfragen aus der Adressleiste direkt im KI-Modus landeten. Google nannte das einen Fehler und erklärte, den KI-Modus in Chrome nicht zum Standard machen zu wollen (Giga, 08.06.2026).

So nutzt du den KI-Modus, wenn du ihn ausprobieren willst

Tippe auf „KI-Modus“, stell deine Frage in ganzen Sätzen und lies die Antwort. Dann frag nach, was unklar geblieben ist. Das Wichtigste passiert danach: Klick auf die angegebenen Quellen, bevor du dich auf etwas verlässt. Google selbst schreibt dazu, KI-Antworten könnten Fehler enthalten, und rät, wichtige Informationen mit mehreren Quellen abzugleichen.

Für Einkaufsvergleiche, Reiseideen oder „Erklär mir das mal einfach“ taugt der Modus ordentlich. Bei Gesundheit, Geld, Recht und allem, was du später ausbaden müsstest, reicht er höchstens für einen ersten Überblick. Entscheiden solltest du anhand der Originalquellen.

Lässt sich der Google KI-Modus ausschalten?

Nein. Weder in den Google-Einstellungen noch in deinem Konto gibt es einen Schalter, der den KI-Modus entfernt. Die Hilfeseite von Google nennt keine solche Option, und zu den Übersichten mit KI schreibt Google ausdrücklich, dass sich die Suchfunktionen nicht deaktivieren lassen (Google-Hilfe zu Übersichten mit KI). Auch der oft empfohlene Schalter in „Search Labs“ hilft nicht weiter. Dort lässt sich zwar „AI in Search“ deaktivieren, laut derselben Google-Hilfeseite geht es dabei aber um Experimente mit neuen KI-Funktionen und die Benachrichtigungen dazu. Den KI-Kasten in der normalen Suche bist du damit nicht los.

Beim KI-Modus ist das Ausblenden ohnehin ein kleineres Problem als bei den Übersichten, denn du musst ihn nicht anklicken. Wenn dich nur der Button stört: ignorieren. Wenn dich der KI-Kasten über den Treffern stört, helfen die folgenden Umwege.

Google-Suche ohne KI: Diese Umwege funktionieren

1. Der Filter „Web“ (einfachster Weg)

Google selbst bietet ihn an. Er zeigt nur Textlinks, ohne KI-Übersicht und ohne den ganzen Zusatzkram. Nach einer Suche findest du „Web“ in der Leiste unter dem Suchfeld, manchmal versteckt hinter „Mehr“. Auf dem Handy wischst du die Leiste dazu nach links. Nachteil: Du musst ihn bei jeder neuen Suche anklicken.

2. Der Zusatz udm=14 als dauerhafte Lösung

Hinter dem „Web“-Filter steckt ein Parameter in der Adresse: udm=14. Wenn du ihn in die Suchmaschine deines Browsers einbaust, landet jede Suche automatisch auf der KI-freien Ergebnisseite. Google hat diesen Zusatz nie offiziell als Funktion beschrieben, er funktioniert aber seit 2024 und wird auch im August 2026 noch als gangbarer Weg beschrieben (Giga, 11.08.2026). Es kann sein, dass Google das eines Tages ändert.

Am PC mit Chrome:

  • Öffne die Einstellungen von Chrome und wähle „Suchmaschine“.
  • Klicke auf „Suchmaschinen und die Websitesuche verwalten“.
  • Unter „Websitesuche“ klickst du auf „Hinzufügen“.
  • Als Name nimmst du zum Beispiel „Google ohne KI“, als Kürzel „web“.
  • In das Feld „URL mit %s statt der Suchanfrage“ trägst du genau diesen Text ein: {google:baseURL}search?q=%s&udm=14
  • Speichern, dann bei dem neuen Eintrag die drei Punkte anklicken und „Als Standard festlegen“ wählen.

(Die Grundschritte bei Chrome beschreibt Google in der Chrome-Hilfe.) Firefox und Edge erlauben am PC ebenfalls eigene Suchmaschinen-Einträge in den Sucheinstellungen, die Menüs heißen dort nur etwas anders.

Auf dem Android-Handy: Die Chrome-App erlaubt dort nur die Auswahl aus einer Liste, ein eigener Eintrag mit Adresse ist nicht vorgesehen. Am saubersten gelingt es mit dem Firefox-Browser:

  • Firefox öffnen, Menü, „Einstellungen“, dann „Suche“.
  • „Suchmaschine hinzufügen“ antippen und „Andere“ wählen.
  • Als Name „Google ohne KI“, als Adresse: https://www.google.com/search?udm=14&q=%s
  • Diese Suchmaschine als Standard auswählen.

Die Bezeichnungen können je nach Firefox-Version leicht abweichen.

Auf dem iPhone: In Firefox für iOS läuft es genauso: „Suchmaschine hinzufügen“, Name „Google ohne KI“, Adresse https://www.google.com/search?udm=14&q=%s. In Safari lässt sich keine eigene Adresse als Suchmaschine eintragen. Dort bleiben dir der Filter „Web“ oder ein Wechsel der Suchmaschine in den Safari-Einstellungen, zum Beispiel zu DuckDuckGo oder Ecosia.

Für Chrome auf Android und iPhone gibt es außerdem eine private Hilfsseite namens TenBlueLinks, die dir einen Eintrag „Google Web“ zur Auswahl hinzufügt. Sie gehört nicht zu Google. Nach eigener Aussage sieht der Betreiber deine Suchen nicht, sie gehen direkt an Google. Unabhängig geprüft ist das nicht, deshalb nennen wir die Seite nur der Vollständigkeit halber.

3. Der Zusatz „-ai“: mal ja, mal nein

Manche Ratgeber schlagen vor, an jede Suche ein -ai zu hängen. Der Trick ist nicht von Google vorgesehen, und verschiedene Quellen widersprechen sich, ob er noch zuverlässig wirkt. Probier ihn gern aus, verlass dich aber nicht darauf. Der Filter „Web“ ist die sicherere Wahl.

4. Browser-Erweiterungen

Erweiterungen, die den KI-Kasten verstecken, gibt es für Chrome und Firefox. Sie blenden ihn nur aus, Google erzeugt ihn trotzdem. Und jede Erweiterung bekommt Zugriff auf die Seiten, die du besuchst, also lies vor der Installation, wer dahintersteckt.

Suchmaschinen mit KI nur auf Wunsch

Wer ganz von Google weg will, kann die Suchmaschine wechseln:

  • DuckDuckGo: Unter noai.duckduckgo.com gibt es eine Version ohne KI-Antworten und ohne KI-erzeugte Bilder in der Bildersuche.
  • Ecosia: In den Sucheinstellungen lassen sich die KI-Übersichten abwählen. Am Computer gibt es zusätzlich eine KI-freie Suche, die laut Ecosia mit einem Klick auch den KI-Chat ausschaltet (Profil, dann „Einstellungen“; Ecosia-Blog). Ecosia merkt sich das in einem Browser-Cookie. Wer Cookies regelmäßig löscht, muss die Einstellung danach neu setzen.

Die Trefferqualität ist bei Nischenthemen manchmal schwächer als bei Google. Probier es ein paar Tage aus.

Datenschutz: Was Google speichert und wie du es löschst

Deine Anfragen im KI-Modus werden im KI-Modus-Verlauf gespeichert, solange du angemeldet bist und die „Web- & App-Aktivitäten“ eingeschaltet sind. Google nutzt laut eigener Hilfeseite die Interaktionen mit der Suche und mit KI-Inhalten, um die Modelle zu verbessern. Teilweise bewerten dabei Menschen die Daten, nach Googles Angaben getrennt von deinem Konto.

So löschst du deinen Verlauf:

  • Rufe den KI-Modus auf und klicke links auf „KI-Modus-Verlauf“.
  • Einzelne Einträge entfernst du über „Mehr“ und „Löschen“, den gesamten Verlauf über „Alle löschen“.
  • Gelöschte Einträge können laut Google noch bis zu 24 Stunden unter „Meine Aktivitäten“ auftauchen.

Ein Haken: Bist du über eine Übersicht mit KI in den KI-Modus gewechselt, steht die ursprüngliche Suche zusätzlich im normalen Suchverlauf. Ganz weg ist sie erst, wenn du sie auch dort löschst.

Wenn du nicht möchtest, dass künftig etwas gespeichert wird, schaltest du unter „Meine Aktivitäten“ (myactivity.google.com) die „Web- & App-Aktivitäten“ aus. Dann landet dein Suchverlauf nicht mehr in deinem Konto. Zusammengefasste, anonymisierte Suchdaten darf Google laut Hilfeseite trotzdem weiter zur Verbesserung seiner KI nutzen. Außerdem weist Google darauf hin, dass einzelne Daten nach dem Löschen zu Zwecken wie Sicherheit und Missbrauchsschutz weiter mit dem Konto verknüpft bleiben können. Und Daten, die schon zur Prüfung vom Konto getrennt wurden, lassen sich nicht mehr zurückholen. Was du generell nicht in KI-Dienste eintippen solltest, steht in unserem Artikel 7 Daten, die du niemals in ChatGPT und KI-Tools eingeben solltest.

Wo der KI-Modus danebenliegt

Die KI klingt selbstsicher, auch wenn sie falschliegt. Wie oft das passiert, hat die New York Times im April 2026 zusammen mit der Firma Oumi gemessen: Bei 4.000 Testfragen lagen die Google-KI-Zusammenfassungen in rund 91 Prozent der Fälle richtig. Das klingt gut, bedeutet aber hochgerechnet auf Googles Suchmenge Millionen falscher Antworten pro Stunde. Bei etwa der Hälfte der Fehler ließ sich die Aussage auf den verlinkten Seiten nicht finden (GameStar zur NYT-Auswertung). Google kritisiert die Testmethode als nicht realistisch. Getestet wurden die Übersichten mit KI, der KI-Modus war nicht ausdrücklich Gegenstand der Auswertung.

Eine Untersuchung europäischer Rundfunkanstalten, darunter ARD und ZDF, fand im Oktober 2025 bei KI-Assistenten in 45 Prozent der Antworten zu Nachrichten mindestens einen erheblichen Mangel. Googles Gemini schnitt dabei am schlechtesten ab (Mobiflip zur EBU-Studie). Untersucht wurde der Assistent Gemini, den KI-Modus der Suche hat die Studie nicht geprüft. Beide beruhen aber auf Googles Gemini-Modellen.

Dazu kommt Streit um die Quellen: Die EU-Kommission hat im Dezember 2025 ein Kartellverfahren eröffnet. Sie prüft, ob Google Inhalte von Webseiten und YouTube für KI-Übersichten und KI-Modus ohne angemessene Gegenleistung nutzt (Mobiflip, 09.12.2025). Eine Entscheidung ist bislang nicht bekannt (Stand: Oktober 2026). Verlage berichten zudem von weniger Besuchern, wenn die KI-Antwort schon alles sagt.

Woran du erfundene Angaben erkennst, erklärt unser Ratgeber KI-Halluzinationen erkennen. Wie sich die großen Modelle dabei unterscheiden, zeigt der Vergleich: Welche KI halluziniert am wenigsten?. Und wenn du ohnehin überlegst, eine KI gezielt zu nutzen statt sie in der Suche vorgesetzt zu bekommen, hilft der Überblick ChatGPT vs. Claude vs. Gemini.

Häufige Fragen zum Google KI-Modus

Wie schalte ich den KI-Modus in Google aus?

Gar nicht, einen Schalter gibt es nicht. Du kannst ihn ignorieren, den Filter „Web“ nutzen oder eine Suchmaschine mit dem Zusatz udm=14 einrichten, wie oben beschrieben.

Wie aktiviere ich den KI-Modus?

Tippe auf der Google-Startseite oder unter den Suchergebnissen auf „KI-Modus“, oder ruf google.com/ai auf. In der Google-App findest du ihn ebenfalls. Fehlt der Button, liegt es meist am schrittweisen Ausrollen oder an der Art der Suchanfrage.

Ist der KI-Modus kostenlos?

Die Grundfunktion ja, Google verlangt dafür kein Abo. Für das größere Modell Gemini 3 Pro gelten aber tägliche Nutzungsgrenzen, mehr gibt es mit einem kostenpflichtigen Google-AI-Abo. Für normale Fragen brauchst du das nicht.

Gibt es den KI-Modus auf Deutsch?

Ja, seit dem 8. Oktober 2025 in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Löscht Google meine Fragen aus dem KI-Modus?

Das hängt von deinem Konto ab. Bei Konten, die seit Mitte 2020 angelegt wurden, löscht Google die „Web- & App-Aktivitäten“ meist automatisch nach 18 Monaten. Bei älteren Konten bleibt oft alles gespeichert, bis du es selbst löschst. Unter „Meine Aktivitäten“ kannst du nachsehen und 3, 18 oder 36 Monate einstellen. Sofort weg ist der KI-Modus-Verlauf nur, wenn du ihn selbst löschst. Schaltest du die „Web- & App-Aktivitäten“ ganz ab, landen neue Suchen nicht mehr in deinem Konto.

Ist Google ohne KI schlechter?

Für gezielte Suchen (Adresse, Öffnungszeiten, Produkt, Nachrichtenartikel) eher schneller, weil du direkt beim Original landest. Für lange, verschachtelte Fragen kann der KI-Modus Zeit sparen, wenn du die Quellen prüfst.

Fazit

Der KI-Modus ist ein Angebot, das du annehmen kannst oder auch nicht. Die Übersicht mit KI dagegen drängt sich auf, und loswerden kannst du sie nur über Umwege: Filter „Web“, eine eigene Suchmaschine mit udm=14 oder eine andere Suchmaschine. Wer KI-Antworten nutzt, sollte zumindest die Quellen anklicken. Und wer einfach nur die Öffnungszeiten vom Bürgeramt sucht, ist mit dem Filter „Web“ meist schneller am Ziel.

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